FAQ zur Gruppentherapie
Häufige Fragen zur Gruppenpsychotherapie
Wie läuft eine Gruppentherapiesitzung ab?
Genauso wie in der Schnuppergruppe besteht eine Gruppentherapiesitzung aus einer Anfangsrunde, einem Hauptteil und einer Abschlussrunde. Je nachdem, an welcher Gruppe Sie teilnehmen, unterscheidet sich das Vorgehen in der Gruppe etwas.
In meinen bunten Gruppen sammeln wir in der Anfangsrunde Themen für die aktuelle Sitzung und entscheiden dann gemeinsam, welche Themen jeweils in welcher Reihenfolge bearbeitet werden sollen. Die Inhalte der Gruppenpsychotherapie werden also in hohem Maße durch die Teilnehmer*innen selbst bestimmt und leiten sich aus deren Zielen und Anliegen ab. Die Themen der Teilnehmer*innen berühren hier häufig die Bereiche Selbstwert, Umgang mit Konflikten, Umgang mit Emotionen, Erkennen von Bedürfnissen, Problemlösung, Selbstfürsorge, Selbstwahrnehmung, Kommunikation, Ressourcen u.v.m..
In meinen ADHS-Gruppen findet viel Psychoedukation, also Aufklärung über ADHS-typische Erlebens- und Verhaltensmuster sowie eine Auseinandersetzung mit typischen Herausforderungen des Alltags statt. Auch hier ist mir ein interaktiver, lebendiger Austausch wichtig, der sich an den Bedürfnissen und Bedarfen der Teilnehmer orientiert, so dass auch hier ADHS-typische eigene Themen Raum bekommen können.
Wie viele Patient*innen sind in einer Gruppe und wie sind die Gruppen zusammengesetzt?
Eine Gruppe besteht in der Regel aus 8 - 9 Teilnehmer*innen. Meine Gruppen sind als störungsübergreifende Gruppen konzipiert, in der Regel sind dies Patient*innen mit depressiver Symptomatik oder Ängsten. Die Lebenshintergründe und auch das Alter können sehr verschieden sein. So kann die Gruppe im Kleinen ein Abbild der Gesellschaft sein und die Möglichkeit eröffnen, verschiedene Blickwinkel und Lebensentwürfe kennenzulernen und seine eigene Persönlichkeit auf dieser Grundlage zu stärken. Grundsätzlich achte ich bei der Gruppenzusammensetzung auf eine gute Passung der Patient*innen untereinander.
Bleibt die Zusammensetzung der Gruppen konstant?
Meine ADHS-Gruppen sind sog. geschlossene Gruppen, d.h. alle Patient*innen fangen gemeinsam an und hören gemeinsam auf. Im Anschluss kann bei entsprechendem Bedarf ein Übergang in eine offene Gruppe erfolgen.
Die bunten Gruppen sind als sog. halboffene Gruppen konzipiert, d.h. freiwerdende Plätze werden durch neue Patient*innen belegt. Dies hat den Vorteil, dass die "Neuen" noch stärker von den Erfahrungen der "alten Hasen" profitieren können. Außerdem können sich so immer wieder neue Konstellationen und Dynamiken entwickeln und dadurch noch mehr verschiedene Blickwinkel ergeben. Gerade im fortgeschrittenen Therapieprozess erleichtert dies den nachhaltigen Transfer in den Alltag.
Wie ist die Atmosphäre in der Gruppe? Sitzen wir alle traurig im Kreis und reden über unsere Probleme?
Viele Patient*innen haben ein durch die Medien und amerikanische Filme geprägtes Bild von Gruppenpsychotherapie. Dies ist hier ausdrücklich nicht so. Gruppenpsychotherapie ist natürlich auch ernst und manchmal auch traurig und bedrückend. Diese Emotionen gehören aber, wie auch alle anderen Emotionen, zu unserem Leben dazu und sind manchmal einfach angemessen und wollen gefühlt werden. Durch den ressourcenorientierten Ansatz und den wertschätzenden Umgang miteinander entsteht aber in der Regel gleichzeitig eine Atmosphäre der Zuversicht und Hoffnung. Außerdem darf in den Gruppen auch durchaus mal gelacht werden. Humor ist aus meiner Sicht sowieso ein unterschätzter Faktor der Genesung und kann zur Akzeptanz und Entlastung beitragen. Auch lege ich viel Wert auf einen guten Gruppenzusammenhalt. Hier machen wir immer wieder Übungen, die die Teilnehmer*innen sich besser kennenlernen lassen und das Gruppengefühl stärken.
Für wen eignet sich das Gruppenkonzept?
Das Gruppenkonzept eignet sich sehr für Patient*innen mit depressiver Symptomatik und Ängsten. Dies ist bei einem Großteil der Patient*innen der Fall. Bei anderen psychischen Erkrankungen kommt es ein bischen darauf an, was im Fokus der Therapie stehen soll, sprich welche Ziele Sie für sich für die Psychotherapie formulieren (vgl.die Themen der Teilnehmer*innen bei der ersten Frage).
Insbesondere auch für Patient*innen mit sozialen Ängsten eignet sich eine Gruppentherapie sehr. Hier bietet die Gruppe die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen direkt seinen Ängsten zu stellen und von mehrern Menschen ehrliche Rückmeldungen zu erhalten. Oft sind es jedoch auch diejenigen Patient*innen, die eine Gruppenteilnahme aus Angst von vornherein ausschließen. Ich möchte Sie an dieser Stelle ermutigen, falls Sie sich angesprochen fühlen, zumindest die Teilnahme an der Schnuppergruppe in Erwägung zu ziehen und die Sorgen und Bedenken mit mir in einem Erstgespräch zu besprechen.
Weitere Faktoren, die für eine gelingende Psychotherapie in der Gruppe wichtig sind finden Sie hier: Vor- und Nachteile von Gruppentherapie
Für wen eignet sich das Gruppenkonzept nicht?
Mein Gruppenkonzept ist nicht geeignet für Menschen mit akuten oder wiederkehrenden Psychosen, akuter Anorexie und einer akuten Symptomatik einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Für Menschen mit Entwicklungstraumata und daraus resultierenden Selbstwertproblemen ist eine Gruppenteilnahme nicht ausgeschlossen, unter Umständen sogar sehr empfehlenswert. Hier können wir in einem Erstgespräch und ggf. in einer anschließenden Schnuppergruppe klären, ob mein Konzept zu Ihnen passt. Menschen mit einer diagnostizierten Borderline-Störung, die das Gefühl haben, dass die Diagnose nicht so richtig passt, können sich sehr gern für ein Erstgespräch melden. Hier können wir schauen, ob diagnostisch vielleicht noch etwas anderes in Fage kommt und eine Gruppenteilnahme sinnvoll und hilfreich sein kann. Auch ist eine Gruppentherapie nicht geeignet, wenn Sie Menschen gegenüber grunsätzlich ablehnend oder feindselig gegenüber stehen. Auch Patient*innen mit akuter und wiederkehrender akuter Suizidalität bietet mein Gruppenkonzept keinen hinreichend schützenden Rahmen.
Weitere Faktoren, die gegen eine Gruppenteilnahme sprechen finden Sie hier: Vor- und Nachteile von Grupppentherapie
Wie häufig finden zusätzliche Einzelsitzungen statt?
Während der Therapie sind keine regulären Einzelsitzungen vorgesehen, da alle akuten und wichtigen Themen direkt in der Gruppe besprochen werden können. Sollte im Einzelfall dennoch ein Einzelgespräch erforderlich sein, können wir dieses individuell vereinbaren.
Wie lange dauert etwa eine Gruppenpsychotherapie?
Wie lange eine Gruppentherapie dauert, ist individuell sehr verschieden. In der Regel beginnen wir mit der Beantragung von 2 x 12 Therapieeinheiten Kurzzeittherapie. In vielen Fällen ist dies schon ausreichend. Falls weiterer Therapiebedarf besteht, können dann zunächst weitere 36 Sitzungen Langzeittherapie beantragt werden. Genauso wie bei der Einzeltherapie sind maximal 80 Therapieeinheiten möglich, in Einzelfällen auch darüber hinaus.
Wie lang ist die Wartezeit auf einen Gruppentherapieplatz?
Die Wartezeit kann variieren und lässt sich nicht immer gut vorhersagen. Bisher gab es selten Wartezeiten länger als 3 Monate. Wie lang Ihre konkrete Wartezeit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. zu welchen Zeiten Sie an einer Gruppe teilnehmen können und ob Sie mit Ihrer individuellen Persönlichkeit und Symptomatik gerade in die Gruppe passen, in der ein Platz frei wird.
Was ist, wenn ich jemanden aus der Gruppe kenne?
Wenn Sie in der Schnuppergruppe jemanden kennen, entscheiden wir im Einzelfall, ob eine gemeinsame Teilnahme möglich und sinnvoll ist. Da in der Schnuppergruppe die Themen stark durch mich als Therapeutin vorgegeben sind und eine Selbstöffnung nicht unbedingt erforderlich ist und nicht im Fokus steht, ist dies grundsätzlich möglich. Anders ist dies in den „richtigen“ Therapiegruppen. Wenn sich herausstellt, dass Sie dort jemanden kennen, müssen Sie entweder in eine andere Gruppe wechseln oder warten, bis die- oder derjenige die Gruppe verlassen hat. Sprechen Sie mich auf jeden Fall an, auch wenn Sie schon länger Teil der Gruppe sind und feststellen, dass Sie ein neues Mitglied kennen. „Kennen“ bedeutet hier, dass Sie in irgendeiner persönlichen Beziehung zueinander stehen, z.B. weil Sie befreundet oder verwandt sind, sich über die Schule Ihrer Kinder kennen, gemeinsam in einer Fußballmannschaft spielen oder ähnliches.
Zu welchen Zeiten finden die Gruppen statt?
Die Zeiten der Gruppe finden Sie hier: Mein Therapieangebot